Vorträge & Workshops

Davide Brocchi

Publizist, Forscher, Transformationsmanager und Lehrbeauftragter, Köln

Urbane Transformation: In einer Zeit der „multiplen Krise", in der die konventionelle Politik immer mehr zur Verwaltung (oft der Knappheit) verkommt, stellt sich die Frage, wie unsere Städte beweglich bleiben, resilienter und lebenswerter werden können. Wo sind die freien Spielräume für den Wandel in Richtung Nachhaltigkeit? Vor allem in den Quartieren. Quartiere sind ideale „urbane Reallabors", um im kleineren Maßstab Transformation zu lernen; um Transformationsprozesse zu initiieren, zu experimentieren und voranzutreiben, die dann auf die ganze Stadt übertragen werden können. Während die meisten Menschen die Welt oder den Staat als „weit weg" empfinden, ermöglicht die räumliche Nähe die sinnliche Beziehung und Erfahrung, dadurch eine stärkere emotionale Identifikation mit dem eigenen Stadtteil. Und „nur wer emotional motiviert ist, kann wirklich etwas verändern" (Tiddens 2014). Bürger*innen sind auf übergeordneten Raumebenen auf „Fachexperten*innen" angewiesen, im Lokalen sind sie jedoch selbst die Experten*innen.

www.davidebrocchi.eu

Wulf Dau-Schmidt

Stadtentwicklung und Moderator, Kiel

Wulf Dau-Schmidt ist selbständiger Planer, Dipl. Soz. Päd., Moderator und Mitglied der Deutschen Akademie für Städtebau und Landesplanung.
Skandinavische und deutsche Lebenserfahrungen und die als Grenzgänger zwischen verschiedenen Lebens- und Berufswelten prägen ihn.
Seine Arbeitsaufgaben liegen in der Stadt-, Dorf- und Projektentwicklung mit dem Ansatz Wohnen, Arbeiten und Soziales Leben immer als eine Einheit zu sehen.

Dana Giesecke

FUTURZWEI, Stiftung Zukunftsfähigkeit, Berlin

Master of Science Communication and Marketing. Forschungsschwerpunkte: Soziologische Theorie, Kultur-, Kunst- und Mediensoziologie, Organisations-, Wissens- und Professionssoziologie.

www.futurzwei.org

Ernst Gruber

Architekt, Wien

Der Architekt Ernst Gruber ist bei wohnbund:consult, Büro für Stadt.Raum.Entwicklung, in Wien tätig und dort vor allem in den Bereichen Raum- und Stadtforschung sowie Wohnbau und Partizipation. Er ist Obmann der Initiative für gemeinschaftliches Bauen und Wohnen, der unabhängigen Vernetzungs- und Vermittlungsplattform für Baugemeinschaften in Österreich. Verfahrensbegleitung für Baugruppen und Quartiershäuser am Wiener Hauptbahnhof (2015-17), Kuratierung und Dokumentation einer Workshopreihe über, für und mit Baugruppen in Wien (2015), Studie über gemeinschaftliches Wohnen in Wien (2014).

www.ernstgruber.com

Daniela Jacob

Climate Service Center Germany, Hamburg

Lebenswerte Stadt - Welchen Einfluss hat der Klimawandel? Der Klimawandel und die fortschreitende Urbanisierung sind eng miteinander verknüpft. Bereits heute sind Städte für den Großteil des weltweiten Energieverbrauchs und der damit verbundenen CO2-Emissionen verantwortlich. Somit weisen Städte ein großes Klimaschutzpotential auf. Auf der anderen Seite besitzen Städte durch die hohe Konzentration wirtschaftlicher Wertschöpfung, Menschen und Infrastruktur eine hohe Verletzlichkeit in Bezug auf die Folgen des Klimawandels. Daher ist es notwendig, sich auch frühzeitig und regionsspezifisch daran anzupassen. Aufbauend auf dem am Climate Service Center Germany (GERICS) entwickelten „GERICS-Stadtbaukasten" zeigt Frau Prof. Dr. Daniela Jacob in ihrem Vortrag, dass langfristig nur eine klimawandelangepasste Stadt auch eine lebenswerte Stadt sein kann. Zentrale Aspekte sind dabei beispielsweise i) wie funktionstüchtig und ressourcenschonend Städte und Kommunen unter den veränderten Klimabedingungen in der Zukunft sind und ii) welche Chancen und Herausforderungen sich durch den Klimawandel für Städte und Kommunen ergeben. Dabei wird auch deutlich, dass es schon heute möglich ist, die zukünftige Lebensqualität in der Stadt sowie die Aufrechterhaltung der urbanen Infrastruktur vorausschauend durch Planungs- und Gestaltungsprozesse positiv zu beeinflussen, indem projizierte Klimaveränderungen mitberücksichtigt werden.

www.climate-service-center.de
www.gerics.de

Helga Kühnhenrich

Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung

Helga Kühnhenrich, Dipl.-Ing. Architektin, leitet das Referat „Forschung im Bauwesen" im Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung (im Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung). Nach einem Architekturstudium in Berlin und Paris war sie in der internationalen Entwicklungszusammenarbeit in einem Stadtentwicklungsprojekt in Nepal tätig. Es folgten einige Berufsjahre in Architekturbüros in Berlin und Köln. Im Anschluss hat sie ein Hochbaureferendariat beim Bundesamt für Bauwesen und Raumordnung in Bonn absolviert. Im Jahr 2012 wechselte Helga Kühnhenrich zum Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung.

www.bbsr.bund.de

Charles Landry

Städteforscher und Publizist, London

Landry studierte in Großbritannien, Deutschland sowie Italien. Bereits in den 1970er Jahren beschäftigte er sich mit der Thematik, welchen Einfluss die Faktoren Kultur und Kreativität auf die künftige Entwicklung der Städte nehmen. Im weltweiten Transformationsprozess der klassischen Wirtschafts- und Standortfaktoren, welcher mit dem Aufweichen der etablierten sozialen Systeme einhergeht, misst er dem kreativen Potential von Städten eine besondere Bedeutung für deren Überlebensfähigkeit bei. Zur zentralen Ressource der Wissensgesellschaft wird die Fähigkeit der Menschen, unkonventionelle Lösungen für zentrale Aufgaben zu finden. Städte und Regionen, die auch in Zukunft erfolgreich und lebenswert sein wollen, müssen in der Lage sein, kreatives Potential auszubilden, anzuziehen und zu halten. Charles Landry entwickelte daraufhin eine Vier-Stufen-Strategie zur Schaffung einer kreativen Stadt. Er ist international als Berater für Stadtentwicklung tätig.

www.charleslandry.com

Alexandra Martini

Professorin für Elementares Gestalten an der FH Potsdam

Die Designerin Alexandra Martini entwickelt konzeptionelle Innenräume. Bekannt wurde Sie mit Ihrem Berliner Büro MARTINI, MEYER, das spektakuläre Arbeitsräume für Product Visionaires und die Postproduktion ‚das werk AG' Berlin entwickelte. Die Handlungsabläufe und Genius Loci bestimmen die Räumlichkeiten, wodurch neue Generationen von Arbeitsplätzen geschaffen wurden. Weitere Projekte entstanden für Audi, Habitat, MTV und gemeinsam mit der DaimlerChrysler Zukunftsforschung und dem Kulturkreis der deutschen Wirtschaft. Die Industriedesignerin mit Master of Arts am Royal College of Art London ist auch designpolitisch u.a. für die UNESCO, den Berliner Senat und das Goethe-Institut aktiv. Sie lebt und arbeitet als freiberufliche Designerin in Berlin und Potsdam und ist Professorin für Elementares Gestalten an der Fachhochschule Potsdam. Dort betreut Sie Kooperationsprojekte zur nachhaltigen Stadtentwicklung z.B. dem Holzmarkt/Eckwerk Berlin, CRCLR/agora Neukölln, Zentrum für Kunst und Urbanistik (ZK/U) und der Berliner Stadtreinigung (BSR).

www.alexandramartini.com

David Matthée

Stiftung Trias

Die Stiftung trias: Boden, Ökologie und gemeinschaftliches Wohnen sind die Themen der Stiftung. 2002 gegründet und von über 90 Stiftern und Stifterinnen gefördert, kann man sie als fachlich orientierte Bürgerstiftung bezeichnen. Seit der Gründung in 2002 übernehmen wir Grundstücke in unseren Vermögensstock und damit aus der Spekulation. Die „Bodenrente" fließt über Zuwendung und eigene Arbeit zurück in die Gesellschaft. Wissen und Erfahrung stocken unser Vermögen auf. Inzwischen ist der Grundgedanke unserer Stiftung, aus der Solidarität von Projekten anderen zu helfen in bescheidenem Umfang Wirklichkeit geworden.

www.stiftung-trias.de

Anna Muche

Stadt Kiel, Umweltschutzamt, Abteilung Klimaschutz

Seit 1995 ist Kiel Klimaschutzstadt. Um diesem Anspruch weiterhin gerecht zu werden, hat sich die Landeshauptstadt Kiel neue Ziele gesetzt: Bis 2050 soll der Ausstoß von klimaschädlichen Treibhausgasen im Vergleich zu 1990 um mindestens 95 % reduziert und der Endenergieverbrauch halbiert werden. Damit übernimmt die Landeshauptstadt gemeinsam mit 21 weiteren Städten und Gemeinden bundesweit eine Vorreiterrolle im kommunalen Klimaschutz.

Um klimaneutral zu werden, müssen in Kiel Aktivitäten vieler Bereiche ineinander greifen und ein ganzheitlicher Transformationsprozess eingeleitet werden: Es geht um Mobilität, um Wärme, Effizienz und Energieerzeugung – zu Hause, in den Kindergärten und Schulen, in Betrieben und Geschäften, Hochschulen und Verwaltung ... und auch unterwegs. Eine Zusammenarbeit aller ist gefragt, denn unsere täglichen Entscheidungen beeinflussen das Klima.

Daher kümmert sich ein dreiköpfiges Team um die Umsetzung erster Maßnahmen und die strategische Zielverfolgung: Meike Gäthje (Projektleitung), Umweltschutzamt; Anna Muche, Umweltschutzamt; Eyke Bittner, Tiefbauamt.

www.kiel.de/klimaschutz

Anke Parson

Eckwerk/Holzmarkt Berlin

Anke Wetzel (jetzt Parson) studierte Architektur an der Fachhochschule in Dresden und Stadtentwicklung an der Architectural Association in London. Nach mehreren Jahren in namhaften Architekturbüros in London, Dubai und der Schweiz betreute sie diverse urbane Forschungsprojekte im Bereich innovative Nachbarschaften in den Niederlanden und Hamburg. Seit 2014 ist Anke Parson im Bereich der nachhaltigen Projektentwicklung tätig und ihr aktuelles Aufgabengebiet am HOLZMARKT ist die Projektleitung für die Entwicklung des Bebauungsplans, nachhaltiges Mobilitäts-, Logistik- und Lärmkonzept sowie die Konzeption und Projektentwicklung des Bauvorhabens ECKWERK.

www.eckwerk.com

Miriam Pflüger

Neue Nachbarschaft & Urbane Dialoge

Seit Juni 2015 im Team Urbane Dialoge und Neue Nachbarschaft, Montag Stiftung Urbane Räume in Bonn. Miriam Pflüger hat Betriebswirtschaft in Brasilien studiert, seit 1996 ist Köln ihre Heimat. Sie sammelte Erfahrungen als Projektmanagerin und Gründerin (u.a. COLABOR – Raum für Nachhaltigkeit). Sie hat über zehn Jahre als Filmverleiherin Arthouse Filme deutschlandweit ins Kino gebracht. Kooperationen, Zielgruppenmarketing und Öffentlichkeitsarbeit & Events sind die Schwerpunkte. Das Thema Stadtentwicklung-Nachbarschaft hat sie ehrenamtlich im Beirat vom Tag des Guten Lebens und als Initiatorin vom Deutz Dialog in Köln entdeckt.

www.montag-stiftungen.de/mur
www.neue-nachbarschaft.de

Quadratour

Workshop mit Ruma

In der Alten Mu wird Wohnraum entstehen. Hierzu sollen alternative Wohnkonzepte entwickelt werden. Gemeinschaft und das Teilen spielen dabei eine wesentliche Rolle. Die Intervention „Quadratour" im Kieler Stadtraum lädt zum Ausprobieren und Experimentieren rund um das Thema ein. Wie können alternative Wohnkonzepte in Zukunft aussehen und funktionieren? Was brauche ich in meinem Individualraum? Was will ich teilen? Wie will ich leben?

www.altemu.de/projekte/ruma

Benjamin Scheerbarth

Eckwerk/Holzmarkt Berlin

Benjamin Scheerbarth studierte Stadtplanung in Harvard und am MIT. Nach zwei Jahren Projekterfahrung im Bereich Masterplanung in Russland sowie Konzeption von Stadtentwicklungsformaten für die öffentliche Hand im Auftrag von UN-Habitat, konzentriert sich Benjamin's Arbeit auf die Umsetzung von lokalen Vorhaben. Aktuell ist Benjamin Projektleiter des Eckwerks in Berlin, einem Pilotprojekt, in welchem Studierende und Unternehmer auf über 50 Geschossen relevanten Forschungsthemen der Zukunft nachgehen. Mit Berlin Worx und internationalen Partnerprojekten arbeitet Benjamin an nachhaltiger Quartierentwicklung. Benjamin ist Vorsitzender des ISOCARP Scientific Committee und veröffentlicht regelmäßig Reflexionen seiner Arbeiten, so u.a. auf der letzten Venedig Architekturbiennale.

www.eckwerk.com

Luc Schuiten

Architekt, Brüssel

Der visionäre Brüsseler Architekt Luc Schuiten meint, dass wir vielleicht zu sehr vergessen haben, dass wir alle biologische Wesen sind, die auf einer Erde wohnen, die selbst lebt. Als Antwort auf diese Überlegung stellt er sich neue Lebenswelten vor, die anhand von Untersuchungen großer Ökosysteme geschaffen worden sind - wie die der Korallenriffe oder Urzeitwälder. Er schlägt Lösungen vor für die individuellen, öffentlichen Verkehrsmittel von Morgen, aber auch für die neuen, baumarchitektonischen Wohnformen. Luc Schuiten studierte das Werden der Städte von Lyon, Brüssel und Straßburg für das Jahr 2100. Seine Visionen einer positiven Zukunft leiten sich über die Entstehung einer neuen Beziehung zwischen dem Menschen und seiner natürlichen Umgebung ab. Die originellen Abbildungen einer nachhaltigen Zukunft sind durch die enge Mitarbeit mit den Biologen des Vereins Biomimicry Europa untermauert.

www.vegetalcity.net